Die Ruhe im Sturm
Was passiert zur Zeit?
Sommerzeit ist Reisezeit und Urlaubszeit aber rund um die Hernyke ist es ruhig geworden.
Die Henryke liegt momentan in der Werft in Curacao und wartet die Hurrikanzeit in der Karibik ab.
Diese Zeit wird intensiv genutzt, um die letzten Mängel am Schiff zu beseitigen und die Henryke wieder in Bestform zu bringen. Während Uwe den Sommer in Hamburg verbringt, sorgt Marc vor Ort für Ordnung und überwacht die Reparaturarbeiten.
Anfang Oktober ist es wieder soweit. Dann wird die Henryke zu Wasser gelassen und die Reise geht weiter.
Von Curacao geht es nach Cartagena von wo aus Inge und Uwe eine Rundreise nach Ecuador bis zu den Galapagosinseln geplant haben.
Von da geht es dann weiter nach Panama und zurück nach Jamaica um sich dann auf die große Reise zurück über den Atlantik ins Mittelmeer vorzubreiten.
Nähere Informationen zur Reiseroute findet Ihr hier auf unserer Seite.
Natürlich sind Mitsegler jederzeit an Bord willkommen.
Von Jamaica nach Kuba und zurück
Bericht über unsere schöne, 3-wöchige Segelreise von Jamaica nach Kuba und zurück:
Hans-Ludwig (Halu) und ich, Artur Feese, seit 60 Jahren enge Freunde und seit 1957 segelnd, bekamen die Möglichkeit, 3 Wochen mit Uwe auf seiner neuen HENRYKE VII in der Karibik zu segeln.
600 sm auf den Spuren von Christoph Kolumbus von Casa de Campo (Dominikanische Republik) nach Port Antonio (Jamaica)
Kolumbus landete als erster Europäer am 5. 12. 1492 an der Nordküste vom heutigen Haiti (damals von ihm La Isla Espanola genannt, von den Engländern in Hispaniola umgewandelt).
Wir – Gesa und Peter Cordes – landeten am 11.1. 2011 in Punta Cana, dem für All-inclusive-Touristen an der Ostküste der Dominikanischen Republik gebauten Flughafen und gelangten mit unserem freundlich lachenden Taxifahrer Louis nach 60 km Fahrt durch endlose Zuckerrohrfelder in die Marina Casa de Campo. Dort empfingen uns voll Freude Uwe und Inge auf ihrem großen Schiff. Kolumbus’ viermastige Karavelle„Nina“ war mit 20 m Länge nicht sehr viel größer.
Ab Guadeloupe vom 21.12.2010 über Weihnachten und Neujahr
Nach komplettem Crewwechsel in Guadeloupe haben wir – das sind meine Frau Inge, mein Schwager Christian und ich – die Reise in kleineren Etappen über Antigua, Barbuda, St.Barth, St.Maarten nach Tortola (Jungferninseln) fortgesetzt, wo wir in einer wunderschönen Bucht mit vielen Yachten aus der ganzen Welt im Bitter End Yachtclub das Jahr 2010 erfreulich ausklingen ließen.
Das Jahresende ist die Zeit der Reflektionen über das Vergangene und vor allem das Neue. Nachdem die hochgesteckten Erwartungen im letzten Jahr sich nicht ganz erfüllt haben, sind wir nunmehr froh, die neue Henryke 7 sicher in der Karibik zu haben. Zu diesem Gelingen danke ich allen Beteiligten, die sich trotz manchem Ungeschick und Pech sehr für das Unternehmen Henryke und die weite Reise voll eingesetzt haben. Natürlich gibt es bei solchen nicht alltäglichen Reisen Schlechtwetter und damit gelegentlich gedrückte Stimmungen, die man aber aushalten muß. Dafür ist das Gelingen umso befriedigender. Den Abgang von Meno bedauern wir ganz besonders, da wir nun die Segelei z.Zt. nur in kleineren Etappen fortsetzen werden. Wir suchen einen neuen Bootsmann/Frau, die unsere Reisen in der Karibik und darüberhinaus begleiten soll. Gesucht wird eine charakterfeste Person jüngeren Alters mit einem Gespür für Disziplin, Verantwortung und Teamgeist sowie seglerischen und technischen Erfahrungen. Gedacht ist an eine studentische/ beruflich junge Hilfskraft, die für 4-6 Monate gegen Bezahlung fest anheuert. Falls Ihr Vorschläge habt, freue ich mich über eine Nachricht per Handy +49 173 241 82 00. Natürlich freue ich mich auch über weitere Mitsegler für diesen interessanten Reiseabschnitt.
Henryke 7 wird in diesem neuen Jahr viele schöne Inseln und Ankerplätze in der Karibik aufsuchen, diese Woche setzen wir die Reise nach Dom. Republik fort, nächste Woche kommt Peter und Gesa Cordes in Dom Rep an Bord, um dort entlang der Küste bis nach Jamaica mitzusegeln. Die Weiterreise – über Panama hinaus oder wieder über den Atlantik zurück ins Mittelmeer – steht noch aus. Zunächst genießen wir das abwechslungsreiche Großrevier der Karibik mit den beständigen Passatwinden und viel schönem Wetter.
Inge und Uwe
Ein Augenblick der Geduld kann viel Unheil verhüten (Konfuzius)
Uwe und Meno sind auseinander gegangen.
Wie konnte es dazu kommen? Von beiden ist so viel investiert worden. Waren am Ende die Protagonisten nach einer langen Strecke von Rückschlägen müde und enttäuscht? Haben sie sich deshalb gegenseitig die Schuld zugeschoben? Keimte in beiden über die lange Zeit der Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Unternehmens? Wir alle teilen die Leidenschaft am Segeln. Was konnte passiert sein, dass diese Triebfeder zerbrach?
Nicht das, was passiert, sondern was es in uns auslöst, ist das Entscheidende.
Treibt uns anfänglich der Strom der Begeisterung stürmisch voran, wird ihm durch die immer länger werdende Zeit der Vorbereitung allmählich die Kraft genommen. Der finanzielle Einsatz auf der einen und der Arbeitseinsatz auf der anderen Seite kann noch so groß sein; die unter einem zunehmenden Zeitdruck einzugehenden Kompromisse werden als kleine Niederlagen empfunden.
Die Erleichterung, dass es endlich losgehen konnte, überspülte nur oberflächlich die Befürchtungen hinsichtlich des noch nicht fertigen Schiffes.
So hätte die Reise verlaufen können: “Die erste Reise war in jeder Hinsicht denkwürdig. Das Schiff übertraf alle Erwartungen. Was man auch ausprobierte, alles funktionierte einwandfrei. Die Crew sonnte sich an Deck und genoss die großzügige Atmosphäre. Über allem strahlte das zufriedene Lächeln eines glücklichen Eigners.”
Stattdessen: “Die Nordsee hielt für uns drei Wochen nasskaltes und stürmisches Wetter bereit. Was wir auch anfassten, überall stellten sich Probleme in den Weg. Wir waren beständig dabei, die Schäden zu beheben. Dennoch wurde die Liste der zu behebenden Mängel immer länger.”
Was mag das in den Herzen der Protagonisten bewirkt haben? Bei Uwe Nachdenklichkeit. Ich hatte den Eindruck, dass Wind und Kälte und die unaufhörlich auftauchenden Probleme anfingen, an ihm zu nagen. Meno dürfte Erschöpfung, Zweifel und jene lähmende Erkenntnis gespürt haben: Wie sollte das alles zu schaffen sein?
Nach dem gelungenen Start wurde die Testreise um England zu einem weiteren Highlight. Ein gnädiger Wettergott bescherte drei hochsommerliche Wochen. Selbst unter den kritischen Augen der Testcrew gab es nur Kleinigkeiten zu beanstanden, die leicht mit Bordmitteln zu beheben waren. Das Schiff war zu einem sicheren, wunderschönen zweiten Zuhause geworden. Über allem strahlte das zufriedene Lächeln des Eigners und das glückliche Lachen des Skippers.
Die regnerische Überfahrt nach Frankreich endete jäh mit einer Grundberührung vor der bretonischen Küste. Was das in den Köpfen der beiden ausgelöst hat, mag man nur erahnen. Nie war das Ende der Reise näher als die Hoffnung, sie fortsetzen zu können. Als gäbe es bis dahin nicht schon genug Probleme, warfen die umfangreichen Reparaturen alles bis dahin Geplante aus der Bahn. Während Meno und Conrad vor Ort die Metamorphose vom Wrack zum schwimmfähigen Schiff mit gestalteten, kehrte Uwe nach Hause zurück. Was mag er in dieser Zeit gedacht haben, was in ihm vorgegangen sein? Es wird sicherlich keine leichte Aufgabe gewesen sein, Familie und Freunden diese Geschehnisse plausibel zu machen. Reisepläne mussten aufgegeben und Vorfreuden zerstört werden. Was geht da wohl in einem vor?
Das sommerliche Wetter hielt. Ab und zu schien es, als wollte Rasmus Henryke mit kurzen Phasen an Starkwind herausfordern, aber Schiff und Crew wurden damit in einer nicht gekannten Leichtigkeit fertig. Wunderschönes Segeln entlang der französischen Küste bis zur Werft von Beneteau. Baden, Landgänge und Austernorgien prägten diesen Abschnitt.
Nach drei Monaten unfreiwilligen Landaufenthalts, während der auch Teile der Mängelliste abgearbeitet konnten, wurde Henryke in Roscoff wieder zu Wasser gelassen. Es war November und ein Orkantief nach dem anderen stürmte über die Biskaya. Mit Mühe gelang es, Henryke im Hafen vor ernsten Schäden zu bewahren. Die Crew musste vor dem Wetter weiter in den Kanal in einen sicheren Hafen flüchten. Die Details sind hinlänglich beschrieben. Die Nachrichten hingegen, die die kleine Crew nach Hause schickte, dürften Verzweiflung beim Eigner aufkeimen lassen. Wann haben all diese Schwierigkeiten ein Ende? Warum, verdammt noch mal, segeln die nicht endlich los? Wieder Reisen verschieben, Crew umplanen statt der erlösenden Nachricht einer Ankunft auf den Kanaren. Nicht minder hat die Crew vor Ort mit allen Beteiligten gelitten.
Nach erfreulich kurzem Zwischenstopp auf der großzügigen Werft von Beneteau, wo ein paar kleinere Reklamationen abgearbeitet wurden, konnte die spätsommerliche Reise fortgesetzt werden. Entlang der wunderschönen portugiesischen Küste ging es nach Marokko. Hier wurde ein abenteuerlicher Ausflug in die Sahara unternommen, der alle nachhaltig beeindruckte. Das gemeinsam erlebte ließ alle näher zusammen rücken. Bei günstigem Wind erreichte man unter Spinnaker die Kanaren. Hier wartete die Vorbereitung des Abenteuers „Transatlantik“ auf die Crew. Alle waren in freudiger Erwartung.
Die Bretagne-Crew rückte niedergeschlagen ab. Eigner und Ersatzcrew kamen abends an Bord und liefen bei günstigen Bedingungen sofort aus. Bald zeigten Wind und See die Schwächen einer unerfahrenen Mannschaft auf einem unbekannten Schiff. Mit weiter anhaltenden Problemen zerrten Technik und Ausrüstung an den Nerven. Eilige Zwischenstopps auf Madeira und La Palma stellten die einzige Abwechslung der Anstrengungen Meile um Meile dar.
Nach großzügiger Proviantierung und einem schönen Abschiedsfest setzte die Henryke Kurs auf Guadeloupe. Bald konnte der Spi gezogen werden, der erst kurz vor dem Ziel wieder fiel. Eine traumhafte Reise in Rekordzeit. Wie von selbst glitt Henryke durch die Dünung des Atlantiks. Die weichen Bewegungen des großen Schiffes umschmeichelten die Crew und machten Lust auf lange Reisen. Ab und zu surrte der Generator und der Watermaker spendete überschwänglich köstliches Frischwasser. Tag um Tag in spielerischer Leichtigkeit und mit nie gekanntem Komfort endete die Reise mit einem rauschenden Ankunftsfest auf Guadeloupe.
Der Atlantik zeigte sich von seiner unbeständigen Seite. Wechselnde Winde und immer wieder Kurskorrekturen vom kürzesten Weg machten es der Crew schwer. Auch mussten sie erkennen, dass nicht alle mit den Kräften eines 54-Fuß-Schiffes und der anspruchsvollen Technik sicher umgehen konnten. So mussten Abstriche hinsichtlich der Segelführung und der Schiffsgeschwindigkeit hingenommen werden. Derweil wartete die nächste Crew auf Guadeloupe. Auch gelang es nicht, den Generator und damit den Watermaker zuverlässig zum Laufen zu bringen. Viel Arbeit endete schließlich in enttäuschender Aufgabe der Bemühungen. Die aufkeimende Frustration begann sich wie eine ansteckende Erkrankung auszubreiten. Davon gezeichnet erreichte die Henryke Guadeloupe. Die Mannschaft verließ das Schiff, um die Zeit vor der Heimreise im Hotel zu verbringen.
Wenn Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinander klaffen, wird das Gefühl des Scheiterns unausweichlich. Dass Uwe und Meno sich dieser Kluft von verschiedenen Seiten näherten und so aufeinander prallten, scheint unausweichlich. Inge, von dieser bisher für sie unbekannten Entwicklung in tiefe Enttäuschung gestürzt, reagierte verständlicherweise heftig.
Aber die Protagonisten waren zu erschöpft. Und so blieben am Ende die Worte, die eine letzte Hoffnung auf ein Weitermachen zerstörten. Alle hatten nur noch den Wunsch, voneinander weg zu kommen.
Ich muss seit Menos abenteuerlicher Rückreise immer an eines denken: „Wie hätte dieses Ende vermieden werden können?“ Letztendlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Eigendynamik der ungewöhnlichen Umstände, die dieses Projekt bisher geprägt haben, dazu führen musste. Sicher, retrospektiv gibt es immer Dinge, die man hätte anders machen können. Beim Segeln gilt aber nur das Hier und Jetzt. Dass Henryke trotz dieser Schwierigkeiten 7.000 sm hinter sich gebracht hat, könnte auch ein wenig Stolz auslösen. Geht es im Leben immer nur geradeaus, oder sind es die Umwege, die uns prägen? Können wir Erfolg kaufen, meinen wir, ihn als Lohn für unsere Arbeit verdient zu haben? Ich glaube, jeder hat für dieses Projekt alles im Rahmen seiner Möglichkeiten gegeben. Allein, es fehlte bisher das Quäntchen Glück, das den Unterschied ausmacht.
Dieses Glück wünsche ich Henryke und ihrer Crew – sie hat es sich wahrlich verdient.
Hermy
Pirates of the Caribbean
Die Henryke hat nach zweieinhalb Wochen Atlantikreise den großen Teich erfolgreich überquert. Am Sonntagabend hat die Crew in der Nähe von Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe festgemacht. Winterwetter in Europa gegen Sonnenschein und 30 Grad in der Karibik. Berichte von Bord folgen bald – bis dahin ein neidischer Blick auf das Lokalwetter bei
> wetter.com.
Landallergie
Fast könnte man meinen, nach den Monaten der erzwungenen Untätigkeit habe eine Art Landallergie die Henryke und ihre Besatzung befallen: zum Guten. Dem bereits kurzen Aufenthalt auf Madeira (POR) am vergangenen Wochenende folgte nun allemal ein Zwichenstopp in Formel-1-Manier auf den Kanaren. Nur wenige Stunden nach Ankunft und um einige Einkaufstüten und etliche Liter Diesel schwerer machte sich die Henryke am Donnerstag, 02.12. auf die Reise zur anderen Seite des großen Teiches. 3.000 Meilen Segelei auf Verfolgung der ARC-Yachten.
Neue Bilder aus Trebeurden
In der Galerie finden sich nun die Bilder aus Trebeurden in der Bretagne.
Die ureigenste Aufgabe der Biskaya
Am 21. November verließ die schöne Henryke VII ihr Geburtsland Frankreich – konkreter den Hafen von Lannion in der Bretagne – mit dem Ziel Guadeloupe. An Bord ein Sixpack Männer, gut gemischt in drei 60+er und drei 20+er, drei Juristen und drei Nichtjuristen. Hierdurch war rein beruflich der Idealzustand erreicht, in welchem jeder Deutsche seinen eigenen Juristen hat.
Auf See
Henryke ist wieder auf See. Am heutigen Sonntag, dem 21. November ist nach mehr als drei Monaten unfreiwilliger Pause Henryke VII endlich in See gestochen. Eine zu dieser Jahreszeit untypische ruhige Nordostlage öffnete das Fenster nach Westen, das in den letzten zwei Wochen so fest verschlossen war. Mit neuer Crew geht es nun los!
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